Okkultismus und Grenzfragen

okkultismus„Okkultismus“ ist ein Sammelbegriff für alle Formen geistiger oder übernatürlicher Beziehungen, die durch Satan oder seine Dämonen ermöglicht werden oder bei denen sie einen entscheidenden Einfluss haben. In heidnischen Ländern, und durch das Nachlassen der persönlichen Glaubens­beziehung auch wieder mehr in sogenannten christlichen Ländern, sind diese verschiedene Formen von Okkultismus weit verbreitet: Astrologie, Handlesen, Kartenlegen. Noch deutlicher ist der Einfluss des Dämonischen bei spiritistischen Sitzungen, bei weißer und schwarzer Magie und am schlimmsten im Kult der Satansanbetung.

Die Bibel sagt dazu in Deuteronomium 18,9-14:

„Wenn du in das Land hineinziehst, das der Herr, dein Gott, dir gibt, sollst du nicht lernen, die Gräuel dieser Völker nachzuahmen. Es soll bei dir keinen geben, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt, keinen, der Losorakel befragt, Wolken deutet, aus dem Becher weissagt, zaubert, Gebetsbeschwörungen hersagt oder Totengeister befragt, keinen Hellseher, keinen, der Verstorbene um Rat fragt. Denn jeder, der so etwas tut, ist dem Herrn ein Gräuel. Wegen dieser Gräuel vertreibt sie der Herr, dein Gott, vor dir. Du sollst ganz und gar bei dem Herrn, deinem Gott, bleiben. Denn diese Völker, deren Besitz du übernimmst, hören auf Wolkendeuter und Orakelleser. Für dich aber hat der Herr, dein Gott, es anders bestimmt.“

(Vergleiche dazu in der Bibel auch noch diese Stellen: Ex 7,11-12; Lev 20,6; Lev 20,27; 1 Chro 10,13-14; 2 Kö 21,5-6; Jes 2,6;

19 Wenn man euch sagt: Befragt die Totengeister und Zauberkundigen, die flüstern und murmeln!, (dann erwidert:) Soll ein Volk nicht lieber seinen Gott befragen? Warum soll man für die Lebenden die Toten befragen?
Apg 8,9; 16-18; Gal 5,20 (Zauberei); 1 Tim 4,1 und Off 21,8; 22,15.)

Es kann nicht deutlich genug davor gewarnt werden, sich gegen das erste Gebot Gottes zu versündigen und diese Ausdrucksformen des Misstrauens gegen Gott zu setzen. Gott sagt ja: „Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ Anstatt in jeder Lage auf Gott zu schauen und von Ihm Führung, Hilfe und Weisung zu erbeten und Seiner Vorsehung zu vertrauen, wenden sich die Menschen bei okkulten Praktiken allen möglichen anderen Dingen zu, und geben so dem Satan und seinen Dämonen einen Grund oder einen Vorwand Einfluss auszuüben. Durch das Beschäftigen mit diesen geistigen dämonischen Kräften wird das Vertrauen in Gott und die Liebe zu Ihm und Seiner Kirche gestört.

Wenn jemand Christ wird, widersagt er dem Satan und all seinen Werken. Wer sich auf okkulte Praktiken eingelassen hatte, muss alle Gegenstände die er dazu verwendete, zum Zeichen der Trennung und Absage verbrennen (vgl. Apg 19,19: „Und nicht wenige, die Zauberei getrieben hatten, brachten ihre Zauberbücher herbei und verbrannten sie vor aller Augen.“). Ein Christ setzt sein ganzes Vertrauen auf Gott, den liebenden Vater und Seinen Sohn, unseren Befreier Jesus Christus und die Kraft und Führung Seines Heiligen Geistes.

Unter diesen Gesichtspunkten sind die einzelnen okkulten Praktiken zu prüfen, damit sie als Sünde erkannt und gebeichtet werden und man sich von ihnen losgesagt, um von den oft daraus folgenden seelischen Belastungen frei zu werden:

  • Satanskult,

  • Magie in jeder Form,

  • Spiritismus,

  • Totenbeschwörungen
    (Damit ist nicht gemeint, dass man nicht im Gebet vor Gott die Fürsprache verstorbener Heiliger anrufen darf, sondern das Zurückrufen der Geister der Verstorbenen, um mit ihnen zu reden.),

  • Astrologie
    (Auf die Frage, unter welchem Sternzeichen man geboren sei, kann ein Christ nur antworten: „Ich bin Wiedergeboren im Zeichen des Kreuzes – all die anderen Sternzeichen sind ungültig und wirkungslos!“),

  • Horoskope machen lassen,

  • zur Wahrsagerin gehen,

  • Kartenlesen,

  • Handlesen
    (Um die Zukunft vorher zusagen, nicht um Charakter oder Vergangenheit zu deuten),

  • Kaffeesatz lesen,

  • mit dem Ouija-Brett spielen,

  • Auspendeln des Alphabets

und ähnlichen Spielen mit geistig übernatürlichen Kräften, die eine intelligente Antwort geben …

Manchmal wird man gefragt, was mit dem “6. und 7. Buch Mose” sei. In der Bibel gibt es nur 5 Bücher Mose. Das “6. und 7. Buch Mose” ist ein Zauberbuch, das mit Mose nicht das geringst zu tun hat. Selbst manche Bräuche bei uns, die harmlos erscheinen, können okkulten Einflüssen eine Tür öffnen, z. B. das dreimalige aufs Holz Klopfen und Sagen „toi, toi, toi (kommt von Teufel) oder das Tragen des Symbols der Teufelsanbeter (= peace ), selbst wenn manche diesem Symbol heute eine andere Deutung geben möchten. Ursprünglich wurde es für „schwarze Messen“ verwendet, in denen bewusst die Eucharistie und das Kreuzesopfer Jesu (Umkehrung) verunehrt wurden. Heute wird es beim Satanskult gebraucht, der gefährlichsten Form des Okkultismus und der Gotteslästerung.

Befreiung von der Bindung an okkulte Praktiken ist möglich: Wer nur am Rande etwas mitgemacht hat und dies erkennt, wird dadurch frei, dass er diese Sünden beichtet (so an Licht bringt) und sich davon los sagt. Wer schon tiefer im Satanskult, oder als Medium unter dem Einfluss geistiger Kräfte des Jenseits stand, wird dies oft aus eigener Kraft nicht mehr können. Er braucht Hilfe durch gläubige Christen, die im Namen Jesu mit Vollmacht von der Bindung befreien, und ihm durch Gebet und Handauflegung unter den Schutz des erlösenden Blutes Jesu stellen; dann erst kann er auch beten und beichten und den Schritt der Umkehr selbst vollziehen und Befreiung erfahren.

Manche, die dazwischen stehen, teils durch Auswirkungen von Eltern u.a., werden auch Hilfe oder Fürbitte durch andere brauchen. Echte Besessenheit braucht nach gründlicher Prüfung den vom Bischof autorisierten Exorzismus durch einen beauftragen Priester.

Beispiele: Ich hatte eine Frau betreut, die früher Kartenlegerin war und viele teure Bücher über die Wahrsagekunst besaß. Bei ihrer Bekehrung konnte sie immer noch nicht im Gebet das Wort „Jesus“ aussprechen ohne zu brechen. Erst als sie die Karten, die sie zum Kartenlegen benützt hatte, und all die Wahrsage-Bücher verbrannt hatte, war sie frei und konnte ungehindert beten. Die gleichen Karten hätten einem, der nie an das Kartenlegen glaubt, nicht geschadet. Ein Neuchrist, der früher eine besondere Beziehung zu einem Fetisch hatte, zu dem er betete, musste diesen verbrennen – ein Missionar, der nie daran glaubte, konnte so einen Fetisch als folkloristisches Souvenir gefahrlos mit nach Europa bringen.

Grenzfragen und Grenzwissenschaften

Rutengehen:
Manche haben die natürliche Empfindsamkeit, die beim Halten von Ruten gesteigert wird, um die magnetischen Strahlen – die auch sonst wissenschaftlich oder mit komplizierten Geräten messbar wären – wahrzunehmen und Wasseradern oder Metalle unter der Erde zu finden. Dagegen wäre nichts einzuwenden. Aber wer diese Fähigkeit nicht hat und versessen darauf ist, sie zu bekommen, könnte sich durch diese Gier dem dämonischen Einfluss öffnen: für ihn wird das Rutengehen dann zu einer okkulten Praxis, von der er sich lossagen muss. Beispiele dafür gibt es zur Genüge ….

Pendeln:
Durch ähnlich natürliche Empfindsamkeit in den Händen auf magnetische Strahlen und auf Störungen der gesunden Natur auch beim Menschen kann – noch verstärkt sichtbar im Pendel – manches empfunden und registriert werden. Aber auch hier gilt: Es wird zum Okkultismus, wenn man nicht mehr die direkte Empfindung am Menschen oder an der Natur wahrnehmen kann, sondern geistige, übernatürliche Kräfte mitmischen lässt – etwa bei Landkarten, Bildern etc. Man soll also solche Fähigkeiten nicht suchen oder begehren. Ob jemand damit in Bindung oder Abhängigkeit von dämonischer Kraft ist oder nicht, kann man prüfen an den Früchten des übrigen Lebens, der Treue zu Jesus und Seiner Kirche, der Freude am Gebet, des treuen Erfüllens der Gebote Gottes und auch daran, ob er fanatisch an dieser Fähigkeit festhält oder sie loslassen kann …

Bewusstseinserweiterung, Selbsthypnose, Suggestion, Hellsehen, und andere Formen der Gnosis (vom altgriech. [Er-]Kenntnis),
des sich Einlassens mit einem Karma, heidnischen Yoga und vor allem die „Transzendentale Meditation“ sind ein Spiel mit dem Feuer, mit geistigen Kräften übersinnlicher Art, die allmählich das Vertrauen auf den drei-persönlichen Gott trüben, einen pantheistischen (von griech. pan, alles, und theos Gott) Gottesbegriff ins Bewusstsein einführen (das Universum ist gleichbedeutend mit Gott), den Glauben an die Offenbarung in der Bibel trüben und nur noch einseitig ausgewählte Bibelzitate gelten lassen, und die Treue zu Jesus und Seinem Erlösungswerk untergraben und statt dessen Selbsterlösung und Reinkorrnation propagieren …

Auch die Anthroposophie (von griech. anthropos, Mensch, und sophia, Weisheit) geht in diese Richtung, durch die Bindungen entstehen, aus denen manche nur mit Gebet und Hilfe gläubiger Christen frei werden, um sich dem Erlöser und Retter Jesus Christus zuzuwenden.

Bei der großen Unwissenheit über die Fundamente geistlichen Lebens ist heute die Gefahr, dass solche Ideen auch in die Kirchen und Gemeinschaften hereinkommen, sehr groß; als gläubige Christen müssen wir das erkennen, uns darüber informieren und davor warnen.

Literatur (siehe auch unten)

Kardinal Suenens
Erneuerung und die Mächte der Finsternis, Otto Müller Verlag, Salzburg
Gute, verständliche Theologie

Michael Scanlan
… erlöse uns von dem Bösen, Styria-Verlag, Köln
Rektor eines Kath. Priesterseminars berichtet über Erfahrungen beim Befreiungsdienst in der Kirche

Van Dam
Okkultismus und christlicher Glauben
Verlag Johannes Fix, Schorndorf

Gute Hinweise und Beispiele – bei Grenzfragen zu einseitig in der Beurteilung

anrufGott ist stets anrufbar.

ER sagt zu uns:
Ich bin immer bei Euch!


Nachtrag

Bei der heutigen „okkulten Welle“ müssen wir Christen wieder vermehrt Informationen sammeln, damit wir wissen was los ist, und wie wir damit umgehen und den Menschen helfen können befreit zu werden.

Vorbeugen ist immer besser als heilen. Es ist daher auch wichtig, das Wissen um diese Dinge weiterzugeben, damit so manch einer bewahrt werden kann, in solche Versklavungen des Bösen abzurutschen.

Weiterführende Literatur …»

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