Am 3. und 4. Juli fand eine Männerzeit mit Jörg Oppitz und Niko Katsikis im Haus Johannisthal statt. Sechs Teilnehmer machten sich gemeinsam auf den Weg, einem Thema nachzugehen, das im Alltag oft schwerfällt und doch für gelingende Beziehungen unverzichtbar ist: Vergebung, Versöhnung und die Kunst, ehrlich um Verzeihung zu bitten.
Grundlage war das Buch „Die fünf Sprachen des Verzeihens“ von Gary Chapman und Jennifer Thomas. Darin wird deutlich: Eine Entschuldigung kommt nicht automatisch an, nur weil sie ausgesprochen wurde. Manchmal braucht es ein klares „Es tut mir leid“, manchmal ein ehrliches „Es war mein Fehler“, manchmal die Bereitschaft zur Wiedergutmachung, einen wirklichen Sinneswandel oder die demütige Bitte: „Willst du mir vergeben?“
In Impulsen, Bibelarbeit, Austausch und praktischen Übungen ging es darum, eigene Abwehrreflexe zu erkennen: erklären, rechtfertigen, verharmlosen, angreifen oder drängen. Zugleich wurde eingeübt, wie ein anderer Weg aussehen kann: zuhören, den Schmerz des anderen ernst nehmen, Verantwortung übernehmen und konkrete Schritte zur Versöhnung suchen.
Auch biblische Beispiele begleiteten die Männerzeit: Petrus, David, Zachäus, der verlorene Sohn, Josef und seine Brüder sowie weitere Texte zeigten, wie Gott mit Schuld, Reue und Vergebung umgeht. Dabei wurde sichtbar: Vergebung bedeutet nicht, Schuld kleinzureden. Sie öffnet vielmehr einen Weg zu Wahrheit, Umkehr und neuem Leben.
So wurde die Männerzeit zu einer Einladung, im eigenen Alltag mutiger, ehrlicher und barmherziger zu werden. Denn echte Entschuldigung sucht nicht nur ein schnelles Ende des Konflikts. Sie sucht Heilung von Beziehung.
