Sicher erinnern sich noch die Älteren unter uns an großartige Segnungsgottesdienste, die wir als CE im Rahmen der jährlichen Wolfgangswoche in St. Emmeram gestalten durften, natürlich mit unseren Liedern und anschließendem Segnungsdienst. Inzwischen dürfte das schon an die 20 Jahre zurückliegen. In späteren Jahren feierten wir zusammen mit den anderen Geistlichen Gemeinschaften (GG) und Kirchlichen Bewegungen (KB) diesen Gottesdienst, wodurch er natürlich viele unserer spezifischen Elemente verlor. Eine weitere Zusammenlegung folgte noch vor Corona, als alle GG und KB zum Gottesdienst mit den Ordensleuten eingeladen wurden. In diesem Jahr nahmen wir erstmalig am Gottesdienst der Mitglieder verschiedener Berufe der Kirche teil, zu denen nicht nur alle Ordensleute, sondern auch die Priester, Diakone, pastoralen Mitarbeiter und Religionslehrer zu rechnen sind. Das war am Dienstag, 23. Juni. Hauptzelebrant und Festprediger war der mit unserer Diözese eng verbundene Pilsener Bischof Dr. Tomáš Holub.
In seiner äußerst interessanten Predigt teilte Bischof Holub mit uns wichtige Einsichten aus dem Leben als Kirche in einer säkularen Welt. Sein Fokus richtete sich dabei auf die Frage, wie es möglich sei, in einer extrem unübersichtlichen, sich rasch verändernden, säkularen Welt als Kirche hoffnungsvoll und in der Freude zu bleiben. Drei Punkte lagen ihm dabei besonders am Herzen:
1) Wir haben den Schatz des Glaubens empfangen und es ist so wichtig, auch die Freude aus dem Glauben zu erleben. Wenn wir uns bewusst sind, dass jedem persönlich dieser Schatz geschenkt ist und dass ihn uns keiner nehmen kann, dann ist es einerlei, wie andere darüber denken oder darauf reagieren. Es brauche keinen anderen, um sich über diesen Schatz freuen zu können. Doch sei es wichtig, so Bischof Holub, dass wir immer wieder um die Gabe des Glaubens beten und die Freude daraus erleben; dann können wir sie auch ausstrahlen.
2) Im zweiten Punkt verweist Bischof Holub auf Paulus, der im zweiten Brief an die Korinther schreibt: „Wir tragen den Schatz in zerbrechlichen Gefäßen“ (4,7). In vielen Situationen sind wir gerufen zu unterscheiden, was an unserem Glauben(sleben) nur Gefäß und was der Schatz ist. Möglicherweise ist manches, was wir für den Schatz halten, nur Gefäß. Es komme vor, so der Bischof, dass wir etwas für den Schatz halten, was Gefäß ist. Um in der Freude des Glaubens unterwegs sein zu können, bedarf es stets dieser Unterscheidung. Diese wird möglich durch die Kraft des Heiligen Geistes. Das schließt ein Hinhören auf Gott sowie auf die anderen, die mit uns auf dem Weg sind, mit ein, aber auch darüber hinaus auf jene, die nicht zu uns gehören. Durch das Unterscheiden schützen wir letztlich den eigentlichen Schatz.
3) Beim dritten Punkt erwähnte Bischof Holub die Erzählung in Mk 9,38-41, in der die Jünger sich über jemand monierten, der in Jesu Namen Dämonen austrieb, aber nicht zur Schar der Jünger gehörte. Jesus reagierte darauf völlig unaufgeregt und hielt seine Jünger an, nichts dagegen zu tun. Mit Hinweis auf folgende Aussage Jesu: „Niemand ist gut außer der eine Gott“ (Mk 10,18) resümierte der Bischof, dass dort, wo Gutes geschieht, es letztlich mit Gott in Verbindung stehe. Er betonte, wie wichtig es für uns ist, uns über all das Gute, das um uns herum geschieht, zu freuen. Diese selbstlose Freude hielt er für einen wichtigen Punkt, um in der Freude bleiben zu können.
Diese Freude war Bischof Holub anzusehen! Mit seinen praxisnahen Tipps können wir guter Dinge in die Zukunft gehen, egal wie gläubig oder ungläubig die Menschen in unserer Umgebung sind. Möge es uns durch die Fürbitte des hl. Wolfgangs geschenkt sein, diese drei Punkte in unserem Leben umzusetzen.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Jakob Schötz, Bischöfliche Pressestelle Regensburg
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