Was für eine gewaltige Aussage! – Identität annehmen

Was für eine gewaltige Aussage! – Identität annehmen


Zusammenfassung der vierten Expeditions-Etappe der Reise ins Gebet“ des Gebetshauses PUR (Prayer Unit Regensburg). Eine Vortragsreihe, die im Januar begann und über neun Abende zu einer tieferen Begegnung mit Gott im Gebet führen soll.

Bei der vierten Etappe wurde in die Tiefe gebohrt. Pfarrer Hartmut Constien aus der Pfarrei Heiliger Geist – und damit Gastgeber der PUR – erschloss den Anwesenden den Begriff der Brautmystik und damit die Identität eines jeden einzelnen Getauften. Er sprach über die Fragen: Wer ist der Bräutigam? Wer die Braut? Was ist Mystik? Und wie kann meine Antwort auf die Liebe Gottes aussehen? Die abschließende Gebetszeit lud die Anwesenden ein, sich diese Identität (neu) zu eigen zu machen.

Foto: Pfarrer Hartmut Constien
Pfarrer Hartmut Constien – Vortrag „Liebe als Antwort / Die Braut Jesu“

Pfarrer Constien begann mit der Aussage, dass es in der gesamten Bibel nur zwei Bücher gibt, in denen Gott nicht ausdrücklich erwähnt wird. Eines davon ist das Hohelied von König Salomon. In ihm ist von einer unglaublichen und unzerstörbaren Liebe die Rede. Einer unauslöschlichen Liebe zwischen dem Bräutigam und seiner Braut. Im Neuen Testament nimmt Jesus dieses Bild der leidenschaftlichen Liebe auf und bezieht es auf sich. Er sei der Bräutigam. Ein Ärgernis für die jüdischen Gelehrten, denn sie wussten, dass mit Bräutigam Gott gemeint war.

Aber wer ist die Braut? Diese Frage wird unter anderem im Epheserbrief (5,25) und in der Offenbarung des Johannes (19,7) beantwortet. Diese Texte verdeutlichen, dass es jeder Einzelne von uns ist (Ekklesía: ek = „heraus“ und kaléin = „rufen“, wörtlich: „die Herausgerufenen“ ).

Buchmalerei zeigt "Christus und Ecclesia" und ziert einen Kommentar zum Hohenlied
Buchmalerei aus dem Kloster Eberbach, Rheingau. Das vom Mönch Thomas gemalte Bild zeigt „Christus und Ecclesia“ und ziert einen Kommentar zum Hohenlied.
Foto: Wikimedia (CC0)

Dieses Bild zeigt eine tiefe innere Vereinigung mit Gott. Eine Wahrheit, die über ein rein verstandesmäßiges Wissen hinausgeht: Die Erfahrung eines verborgenen göttlichen Geheimnisses (griechisch: mystèrion). Wie kann ich den, den ich nicht sehen kann, begreifen? Hier sind wir im Bereich der Mystik. Mit diesem Wort hängt auch das griechische mýein zusammen, das bedeutet „schließen“, besonders die Augen oder die Lippen.

In allen Weltreligionen gibt es mystische Übungen, um sich durch eigenes Tun mit Gott zu vereinigen. Im Christlichen ist es jedoch anders. Hier ist nicht der Mensch der Handelnde, sondern Gott! Er kommt uns nahe. Die Quelle ist die Bibel. Das Wort ist Jesus. Und dieses Wort sagt zu uns im


+19: „GOTT HAT UNS ZUERST GELIEBT!“

Was ist das für eine gewaltige Aussage!

An dieser Stelle lud uns Pfarrer Constien dazu ein, darüber nachzudenken, wann und wo wir diese Liebe Gottes das erste Mal erfahren haben.

Wie kann ich auf diese Liebe reagieren, nachdem ich sie erkannt habe? Eigentlich nur mit meiner Liebe (und sei sie noch so schwach). Ich wende mich Gott zu und versuche, wie in der Musik, in Einklang mit dem Dirigenten zu kommen, um vollkommen zu klingen und gebe mich ihm hin (vgl. Theresa v. Avila, Die Seelenburg).

„‚Ist diese Hinwendung nur Liebesbeziehung, die gegen Pflichterfüllung steht?‘ – ‚Nein!'“, so führte Pfarrer Constien aus. Eine Pflicht tue ich auch, wenn ich erkannt habe, dass sie gut für mich ist. Beten ist immer gelebte Beziehung zu Gott. Es kann dabei aber auch trocken und anstrengend sein.

Zum Abschluss des Vortrags wurde uns noch ein anderer Weg des Betens gezeigt: Der kleine Weg nach Thé­rèse von Lisieux. Sie lehrt, dass Liebe sich auch in kleinen Gesten des Alltags ausdrücken kann: ein freundliches Lächeln oder etwas mehr Geduld. Liebe sei aber auch bedingungslos, vertrauensvoll und das Gegenteil von Perfektionismus.

In der anschließenden Gebetszeit, konnte jeder Einzelne diese (für ihn vielleicht neue) Identität der geliebten Braut neu und ganz bewusst annehmen. Dazu standen auch Gebetsteams und Pfarrer Constien zur Verfügung.

Mit einem Get-together endete diese Etappe der geistlichen Expedition in die Begegnung mit Gott.

MH

Weiter geht die Reise am 11. Juni mit dem fünften Teil zum Thema: Kontemplation – Der Weg ins Herz Gottes. Mehr Termine hier!


Weitere Infos

Grafik: Logo Prayerunit Regensburg

GEBETSHAUS PUR (Externer Link)

Das Hohelied von König Salomon in einer neuen Übersetzung, aus der das Herz Gottes spricht:

Hohelied
Hohelied

Das Hohelied von König Salomon, The Passion Translation (c) – Übersetzung

Die Passion Translation (c) ist eine moderne, leicht verständliche Bibelübersetzung, die die Leidenschaft in Gottes Herzen offenbart und seine feurige Liebe zum Ausdruck bringt, indem sie Emotionen und lebensverändernde Wahrheit miteinander verbindet: https://www.thepassiontranslation.com

Größe: 226 kB