GEBET – Wie lerne ich beten?

Der 1. Lehrbrief aus der Kleinschrift „Von den Mystikern lernen„.

Lies:

14 und mein Volk, über das mein Name ausgerufen ist, sich demütigt und betet, mich sucht und von seinen schlechten Wegen umkehrt, dann höre ich es im Himmel. Ich verzeihe seine Sünde und bringe seinem Land Heilung.

Gebet ist der Schlüssel zum Reichtum Gottes

„Gott sieht, kein rechter Mensch ist da, und staunt darüber, dass kein Mensch vermittelt.“ Wir lesen das in Jesaja 59,16, angesichts der Sünden und Übel in der Welt. Warum sind Christen oft so schwach, freudlos, lau und unterlegen? – Weil sie so wenig beten! Jesus ist heute so machtvoll wie je: was verkehrt ist, ist, dass wir zu wenig an die Wirkung des Gebetes glauben, dass wir Gott nicht beim Wort nehmen und dann auch aus Seinem Heiligen Geist heraus leben.

„Jesus antwortete ihnen: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, dann werdet ihr nicht nur das vollbringen, was ich mit dem Feigenbaum getan habe; selbst wenn ihr zu diesem Berg sagt: Heb‘ dich empor, und stürze dich ins Meer!, dann wird es geschehen. Und alles, was ihr im Gebet erbittet, werdet ihr erhalten, wenn ihr glaubt“ (Mt 21, 21-22).

„Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind“ (Joh 3, 21).

Gott gibt uns fast unglaubliche Versprechen:

„Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun“ (Joh. 14, 13-14).

„Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet“ (Joh 15, 7-8).

„Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr in meinem Namen bittet“ (Joh 15,16).

„An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen. Amen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben. Bis jetzt habt ihr noch nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist“ (Joh 16, 23-24).

Gott will immer seinen Teil tun – tun wir auch den unseren? Gott wird uns beten lehren, wenn wir Ihm Gelegenheit geben, indem wir Zeit mit Ihm verbringen und IHN ernsthaft und beharrlich suchen. Schon im Alten Bund sagt uns Gott:

„Wenn ihr mich ruft, wenn ihr kommt und zu mir betet, so erhöre ich euch. Sucht ihr mich, so findet ihr mich. Wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, lasse ich mich von euch finden!“ (Jer 29, 12-14).

Gott kann dann durch unser Gebet mehr tun als durch unsere Arbeit oder Predigten.

Was heißt Beten? – Beten heißt: Uns Gott nahen, demütig unsere Sündhaftigkeit bekennen, Seine Größe, Macht und Herrlichkeit anerkennen mit Lob und Dank, unsere Wünsche, Nöte und Anliegen Ihm nach Seinem Willen vorbringen im Namen Jesu, und unser Vertrauen auf Ihn zum Ausdruck bringen.

Wie lernt man beten? – Man braucht zunächst die Sehnsucht und den Willen, mit GOTT in Verbindung zu treten und tiefer beten zu lernen. Dann, wenn wir noch nicht die Gewohnheit haben, zu festen Zeiten allein mit Gott zu sein, ist es gut, genau zu planen, und mit Gott ein Rendezvous ausmachen, und es dann ins Tagebuch einzutragen: „Allein mit Gott“, mit Ort, Zeit und Stunde und von wann bis wann. Dann aber auch treu sein und diese Zeit hernehmen, seien es eine Stunde oder nur 15 Minuten täglich oder 10 Minuten täglich plus eine Stunde wöchentlich, wie es halt geht und wozu man innerlich bereit und fähig ist.

Wenn dann diese persönliche Gebetszeit anfängt, auf keinen Fall anfangen, eine Menge von Gebeten zu persolvieren, sondern erst ruhig werden und sich konzentrieren mit WEM, als Person, man jetzt in Verbindung tritt, also auf Gott sich konzentrieren, und zwar persönlich, d.h. mit dem himmlischen Vater oder mit Jesus oder mit dem Heiligen Geist. Wir müssen uns Seiner Gegenwart und Liebe und Allmacht bewusst werden, und dann demütig und kindlich und vertrauensvoll zu IHM sprechen, IHN loben, IHM danken. Dann soll man auch lernen, beim Beten auf Gott zu hören. Das ist wichtiger, als selbst viele Worte zu machen. Auf Gott hören lernt man, wenn man einerseits in allen Lagen und zu allen Fragen, die auftauchen, ihn frägt: „Herr, was willst Du, das ich hier tun sollte?“ oder „Was würdest Du selbst jetzt tun und für richtig halten, denn nicht mein, sondern Dein Wille geschehe, Herr?“ Andererseits, auch wenn keine Entscheidungen anfallen, sollte man öfters beim Lesen der Bibel Ihn fragen: „Herr, was willst Du mir jetzt in meiner Lage mit diesem Wort sagen?“ – Dann still werden, in demütiger Bereitschaft lauschen, was ER zum Herzen spricht und mir eingibt, Sein Antlitz suchen, Sein Reich an die erste Stelle setzen, Seiner Gegenwart, Nähe und Liebe bewusst bleiben, und jede Faser des Herzens und Lebens auf IHN ausrichten. Wenn Zerstreuungen kommen, diese nicht krampfhaft zu unterdrücken suchen (das gelingt nie), sondern sie gleich dem Herrn vorstellen und IHN fragen: „Was meinst Du dazu?“ Wenn nämlich die Zerstreuungen vom Teufel kommen und wir stellen jede betend dem Herrn vor, erreicht der Teufel nichts. Wenn sie von anderswo kommen, zuweilen auch Eingebungen von Gott, sind sie guter Gebetsstoff, etwas, wofür man gut beten kann. Auf jeden Fall ist es wichtig, im Gebet immer treu durchzuhalten, sich dafür Zeit zu nehmen und dafür ruhig anderes, z.B. Fernsehen, Freizeit, Leerlauf in Zwischenzeiten usw. aufgeben und umplanen.

STUFEN DES GEBETES:

1. Das diskursive Gebet: Ich versuche mit Gott in Verbindung zu kommen; wenn mir das schwer fällt, nehme ich anfangs einige Gebete aus der Bibel, einem Gebetsbuch oder Gebetsschatz, oder dem Gedächtnis (Vater unser, Gloria …), werde mir bewusst, mit WEM ich da spreche (auch wenn ich nichts fühlte, und es scheint mir, ich spräche zu leeren Mauern, ich weiß im Glauben: Gott ist da, ER hört mich!). Wenn ich so mehrere Gebete langsam durchgehe, merke ich, welche mich innerlich doch eher anpacken, ansprechen oder aufwühlen oder welche mich eher in die Gegenwart Gottes versetzen oder mein Herz erwärmen. Diese Gebete schreibe ich zusammen in einem kleinen Heft, oder auf Zetteln, die ich in meine Bibel lege. Auch Stellen in der Bibel kann ich besonders anmerken oder unterstreichen, wenn sie mich zum Beten bringen. Zu meiner festgesetzten Gebetszeit kann ich dann mit diesen Gebeten anfangen und davon ausgehend auch persönlich mit Gott Zwiesprache halten. Auf jeden Fall bei Gott verweilen und mit IHM sprechen. (Lesen, auf mich anwenden, mit Gott darüber reden).

2. Das affektive Gebet: Ich habe bereits die bei mir wirksamsten Gebete zusammen­geschrieben (oder kann sie schon auswendig), und ich komme schneller, ohne viel zu lesen und zu denken, durch die Hinwendung des Herzens, der Liebe zu Gott. Ich preise IHN, erzähle IHM alles, danke IHM für alles (auch das Unangenehme!) und brauche immer weniger die äußeren Hilfsmittel und formulierten Gebete. Mit meinen Affekten, meiner Liebe und Hingabe finde ich immer schneller den direkten Zugang zu Gott.

3. Das Gebet der Einfachheit: Ich brauche kein Heft und keine Zettel mehr. Ich bin mir der Gegenwart, Größe, Schönheit, Güte und Liebe Gottes so bewusst, dass ich sprachlos bin und keine Worte finde. Ich freue mich, vor Gott zu sein – Er liest in meinem Herzen, ich blicke auf IHN, voll Liebe, Zuneigung, Sehnsucht; Worte sind da überflüssig. Ich weiß, was SEIN Wille ist, und tue ihn gern. Auch bei äußerer Geschäftigkeit und Pflichterfüllung bin ich mir Seiner Gegenwart bewusst und tue alles vor Seinen Augen.

Es ist Gottes Wille, dass wir alle wenigstens diese 3 Stufen erreichen, denn Jesus sagt ja

„Ihr sollt allezeit beten“ (Lk 18, 1)

5,20 Sagt Gott, dem Vater, jederzeit Dank für alles im Namen Jesu Christi, unseres Herrn!
6,18 18 Hört nicht auf, zu beten und zu flehen! Betet jederzeit im Geist; seid wachsam, harrt aus und bittet für alle Heiligen
Allezeit beten kann man nur, wenn man diese Stufe erreicht hat, den ständigen Wandel in Gottes Gegenwart. Auch das „Jesus-Gebet“ der Ostkirche kann zur Erreichung dieser Stufe eine große Hilfe sein. Wir haben manchmal unser Auf und Nieder. Manchmal haben wir die 3. Stufe des Gebets erreicht, und müssen wegen einer Periode geistiger Dürre (ob verschuldet durch Sünde oder als Prüfung von Gott, um IHM unsere Liebe beweisen zu können ) manchmal wieder auf Stufe 1 oder 2 zurückkommen. Manchmal sind wir dann an einem Tag wieder hintereinander auf allen 3 Stufen, manchmal dauert es wieder Monate, um von einer Stufe zur nächsten zu kommen. Sich da nicht wundern, sondern treu im Beten durchhalten, es lohnt sich!

4. Höhere Stufen des Gebetes: Manche Heilige schreiben von 7, 8 oder 9 Stufen des Gebetes. Die Grundlage dazu, nach den ersten 3 Stufen wie hier aufgeführt, ist die Totalhingabe an Gott, mit dem erprobten Vorsatz, immer nur das zu tun, was mehr zur Ehre Gottes gereicht, und jeden Wunsch des Herrn zu erfüllen und IHM keine Bitte auszuschlagen. Das ist der Durchbruch. Wenn man sich dann ganz von Gottes Geist leiten lässt, wird ER selbst uns in die höheren Stufen des mystischen Gebetes einführen. Man kann sie hier in einem Seminar nicht lernen, ER SELBST muß da der Lehrmeister sein.

BETEN IM NAMEN JESU:

13 Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. 14 Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.

bringt das Versprechen, dass jedes Gebet im Namen Jesu erhört wird. Das ist aber nicht als magisches Zauberwort gemeint.

„Auch einige der umherziehenden jüdischen Beschwörer versuchten, den Namen Jesu, des Herrn, über den von bösen Geistern Besessenen anzurufen, indem sie sagten: Ich beschwöre euch bei dem Jesus, den Paulus verkündet. Das taten sieben Söhne eines gewissen Skeuas, eines jüdischen Oberpriesters. Aber der böse Geist antwortete ihnen: Jesus kenne ich, und auch Paulus ist mir bekannt. Doch wer seid ihr? Und der Mensch, in dem der böse Geist hauste, sprang auf sie los, überwältigte sie und setzte ihnen so zu, dass sie nackt und zerschunden aus dem Haus fliehen mussten“ (Apg. 13-16).

Das Gebet im Namen Jesu wirkt nur, wenn Jesus wirklich Mittelpunkt des eigenen Lebens ist, wenn man als Diener und Werkzeug des Geistes Jesu handelt und betet. Wenn wir aber selbst wirklich so ganz zu Jesus gehören, haben wir praktisch schon von IHM unterschriebene Schecks, die der Vater einlöst. Wir beten dann auch nicht aus Selbstsucht, sondern gemäß dem Willen Gottes, geführt von Seinem Geist.

BETEN IM GEISTE:

Wer die Hingabe an Gott gemacht, seine Firmung erneuert und eine Art Pfingsterlebnis gehabt hat, weiß, was ich hier meine: Wenn wir wirklich Jesus zum Herrn unseres Lebens und jeder unserer Lebensbereiche gemacht haben und uns von Seinem Geiste leiten lassen, lernt man das tiefere Beten vom Herzen heraus sozusagen auf Abkürzungen. Der Geist Gottes drängt uns von innen her, Gott mehr und mehr zu preisen, Jesus als Herrn zu verherrlichen, den Vater zu preisen und zu Ihm „Abba“ zu rufen. Oft wollen wir da beten, finden aber keine Worte. Der Geist kommt dann unserer Schwachheit zu Hilfe und befähigt uns oft, in anderen Sprachen, die wir nicht verstehen, Gott zu preisen, auch für andere Fürbitte zu leisten

14 Denn wenn ich nur in Zungen bete, betet zwar mein Geist, aber mein Verstand bleibt unfruchtbar. 28 Wenn aber niemand es auslegen kann, soll auch keiner vor der Gemeinde so reden. Er soll es für sich selber tun und vor Gott.
Das ist für unser privates Beten eine große Hilfe. In der Gemeinschaft oder Gruppe aber soll die Sprachengabe nur gebraucht werden, wenn auch die Gabe der Auslegung vorhanden ist.
13 Deswegen soll einer, der in Zungen redet, darum beten, dass er es auch auslegen kann. …
27 Wenn man in Zungen reden will, so sollen es nur zwei tun, höchstens drei, und zwar einer nach dem andern; dann soll einer es auslegen. 28 Wenn aber niemand es auslegen kann, soll auch keiner vor der Gemeinde so reden. Er soll es für sich selber tun und vor Gott.
26 So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können. 27 Und Gott, der die Herzen erforscht, weiß, was die Absicht des Geistes ist: Er tritt so, wie Gott es will, für die Heiligen ein.

BEHARRLICHKEIT IM GEBET:

lehre uns beten, wie schon Johannes seine Jünger beten gelehrt hat. Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, sprecht: Vater, dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen. Und erlaß uns unsere Sünden; denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist. Und führe uns nicht in Versuchung. Dann sagte er zu ihnen: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts anzubieten!, wird dann etwa der Mann drinnen antworten: Laß mich in Ruhe, die Tür ist schon verschlossen, und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben? Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm seine Bitte erfüllt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht. Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet, oder ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet, oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet?

Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten“ (Lk 11, 1- 13).

Wir können noch mehr Stellen in der Bibel aufschlagen und durchlesen, die uns zum beharrlichen Gebet ermuntern, etwa: Auch

folgt…
;
 
;
 
;
 
; [Lk 6, 12] ]  [/DDET]; Jesus hatte oft keine Zeit zum Essen [DDET](Mk 3, 20) ]  [/DDET] oder zum Schlafen
, aber immer Zeit zum Beten, auch wenn es in der Nacht oder lange vor Tageseinbruch sein musste. Gebet kann behindert werden
und
, und muß deshalb beharrlich sein
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;
;
. Dann wird Gott Gebete erhören.

Beten wir von Herzen, spontan, nehmen wir teil am Gebet mit anderen. „Weiter sage ich euch: Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt 18, 19 – 20) Wir könnten noch vieles lernen, über Zeichen (Richter 6, 40), und viel übers Gebet lesen. Aber wichtiger ist, selbst damit ernsthaft anzufangen. Die hl. Teresa von Avila sagt, dass jeder es lernen könne, ohne Zerstreuung, in echter Verbindung mit Gott zu beten, wenn er nur wolle, und beharrlich und systematisch nicht nachlasse, manche in einem halben Jahr, manche in einem Jahr, manche in eineinhalb Jahren, aber alle, die beharrlich dabei bleiben, werden es lernen. Das Gebet bewegt die Hand dessen, der allmächtig ist.

Praktische Hinweise, um Gebetsmüdigkeit zu überwinden:

Wie Moses auf dem Berg mit erhobenen Händen (Ex 17, 1) geöffnet zu Gott hin, in Empfangshaltung oder in Oranterhaltung (Oranten-Beter). Das hilft oft! Manchmal ist es auch gut, wenn man allein mit Gott ist, laut und frei und spontan zu IHM zu sprechen, so dass man dabei seine eigene Stimme hört. Mit Zungen und Lippen, mit Körperhaltung und Verstand, mit Herz und Gemüt, mit Leben und Tat, in allem und mit allem wollen wir den HERRN preisen.

Gebet von Kardinal Mercier…

Ich will euch ein Geheimnis der Heiligkeit und des Glückes verraten: Wenn es euch gelingt, täglich fünf Minuten eurer Einbildungskraft Schweigen zu gebieten, eure Augen zu schließen für alles Irdische, sowie eure Ohren von allem Lärm der Welt, um in euch selbst einzugehen und ihr dann im Heiligtum eurer getauften Seele, die der Tempel des Heiligen Geistes ist, zu diesem göttlichen Gast sprecht und Ihm sagt:

HEILIGER GEIST, Seele meiner Seele, ich bete Dich an
Erleuchte mich, führe mich, stärke mich, tröste mich,
sage mir, was ich tun soll, gib mir Deine Befehle.
Ich verspreche Dir, mich allem zu unterwerfen, was Du
von mir verlangst, alles anzunehmen, was mit Deiner
Zulassung mir widerfahren wird.
Laß mich nur Deinen Willen erkennen.
Amen.

Wenn ihr dieses befolgt, wird euer Leben glücklich und getröstet verlaufen, selbst inmitten von Leiden und Schmerzen, denn stets wird die Gnade im Verhältnis zur Prüfung stehen und euch Kraft verleihen, sie zu tragen so werdet ihr mit Verdiensten beladen, an der Pforte des Paradieses anlangen.

Diese Hingabe an den HEILIGEN GEIST ist das Geheimnis der Heiligkeit.

Zum Nachdenken oder für den Gedankenaustausch:

  1. Meine Erfahrungen beim Gebet: Hilfen, Schwierigkeiten und ihre Überwindung
  2. Meditative Stoßgebete, in den Atemrhythmus gefügt, als Hilfen bewusst vor Gott zu weilen…
  3. Gebetshaltungen, Mittel um Zeit zu finden für Gott, Sein Antlitz zu sehen…

Schriftstellen für die tägliche Zeit, die zum Gespräch mit Gott führen sollen:

  1. Psalm 27, besonders Verse 1, 4 – 9, 11
  2. Johannes 14, 13 – 18, 15, 7 – 17
  3. 2 Kor 12, 1 – 10, (bes. Verse 8 – 9)
  4. Markus 6, 30 – 47 (bes. Verse 31 u. 46)
  5. Lukas, 10, 38 – 11, 4
  6. Lukas 11, 5 – 13
  7. Philipper 3, 7 – 16 u. 4, 4 – 9

Im Zusammenhang wäre es gut, einmal Matthäus Kapitel 9 durchzulesen !

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