Eine besondere Wallfahrt in einer außergewöhnlichen Zeit

Pilgerfahrt nach Krakau und Tschenstochau vom 2. bis 6. August 2020 

Es war eine schwere Geburt, diese Wallfahrt, die schon von langer Hand geplant war, immer wieder „wackelte“, bis sich dann schließlich doch noch elf Wallfahrer am Sonntagmorgen des 2. August in einem Kleinbus und einem Auto nach Krakau auf den Weg machten. Heiß war es und ein wenig angespannt die Situation, wussten wir ja nicht so recht, was die coronabedingte Ausnahmesituation an zusätzlichen Überraschungen mit sich bringen wird. Jedenfalls lag unsere Mund-Nase-Bedeckung auch im Auto stets griffbereit, um beispielsweise an den Grenzen nach Tschechien und Polen gerüstet zu sein. Schon auf alles Mögliche eingestellt, wie z.B. das Tragen der Maske im Auto, was zu dieser Zeit in Polen Vorschrift war, erlebten wir in dieser Hinsicht eine unerwartet lockere Handhabung. Darüber hinaus waren die Schutzvorkehrungen mit den unseren vergleichbar, wenn auch ohne gesperrter Sitzplätze in den Kirchen – was in Polen weit häufiger als bei uns zu dichteren Menschenansammlungen führen kann.

Bereits am Anreisetag durften wir abends mit unserem geistlichen Begleiter Pfv. Markus Hochheimer einen ausgiebigen Sonntagsgottesdienst in der Hl.-Faustina-Kapelle, im Untergeschoss der großen Basilika der Göttlichen Barmherzigkeit feiern – welch ein Einstand! Weit und breit kein Mensch, nur unsere kleine Pilgergruppe betend und singend im Herzen des Heiligtums! Die vier Übernachtungen direkt beim Heiligtum ermöglichten uns, auch während der Nacht die Anbetungskapelle des Heiligtums aufzusuchen oder schon am frühen Morgen in die Klosterkapelle der Schwestern der Muttergottes der Barmherzigkeit (mit den Reliquien der Hl. Sr. Faustina) zu Gebet und Gottesdienst zu gehen. Ein wahres Kleinod ist diese Kapelle, aus der täglich um 15 Uhr per Livestream der Barmherzigkeitsrosenkranz in alle Welt übertragen wird (www.heiligefaustina.de/internet-ubertragung/). Sr. Norberta, die einstige Deutschlehrerin, stellte uns bei ihrer Führung durch das Heiligtum in ihrer schlichten, gesammelten Art Geschichte und Botschaft dieses Gnadenortes vor und ließ uns an beeindruckenden Gebetserhörungen auf die Fürsprache Sr. Faustinas teilhaben. War schon der dargebotene Inhalt äußerst berührend, noch mehr aber Sr. Norbertas Person selbst, ihre freundliche, demütige Ausstrahlung, die unsere Herzen in Bann zog.

Der Ausflug nach Tschenstochau mit deutlich weniger Pilgern vor Ort als sonst zu dieser Jahreszeit üblich, stellte einen weiteren Höhepunkt unserer Reise dar. Die Hl. Messe in der Gnadenkapelle, die feierliche Ver- und Enthüllung des Gnadenbildes sowie die sehr interessante und ansprechende Führung hinterließen einen bleibenden Eindruck! Besondere Begegnungen, wie jene mit Sr. M. Dorothea, Dienerin vom Hl. Blut, die vor einigen Jahren mit Pfv. Markus in Regensburg Theologie studierte, und mit einem ihrer Ordensbrüder, der mit einer Hl.-Blut-Reliquie jeden einzeln segnete, bereicherten diesen Tag zusätzlich. Auch andere Ausflüge, wie die Besichtigung der Salzmine Wieliczka im Süden Krakaus, wo mehr als 700 Jahre in bis über 300 m Tiefe Salz abgebaut wurde und die viele Kapellen birgt, gleichwie das neu erbaute Johannes-Paul-II-Heiligtum mit seinen zahlreichen Mosaiken von P. Marko Rupnik SJ, der in vielen großen Heiligtümern Europas (Lourdes, San Giovanni Rotondo, Fatima, Rom) seine Spuren hinterließ, riefen begeistertes Staunen hervor. Dabei wäre allein schon Krakaus geschichtsträchtige Innenstadt mit der ehemaligen Königsresidenz Wawel (incl. Kathedrale) und der historisch wertvollen Altstadt eine Reise wert! Alles in allem: Viel Sehenswertes und geistlich Erbauliches, das die elf Wallfahrer in nur gut drei Tagen aufnehmen durften, eingebettet in gemeinsame Gebetszeiten und Gottesdienste, machte die Wallfahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis, das gute Nachwirkungen zeigte! Gerne bald wieder mal!

„Das Ein- und Abtauchen mit Freunden in die Gebetsgemeinschaft in Krakau war für mich ein Kraftfeld um Mut zu schöpfen den Weg in eine „neue“ Normalität zu finden. Das Bild, die  Lichtstrahlen und der Text auf dem Bild „Jesus ich vertraue Dir“ sind wunderbare Leitworte für unsere gerade weltweit so verrückte Zeit. Danke liebe Freunde für jedes gute Wort und jeden wohlwollenden Blick.“ Erika

„War eine ganz wertvolle und tolle Zeit mit Euch in Polen – unvergesslich genial … und wie sich Sr. Dorothea freute – die haben wir richtig überrascht, sie wusste ja nicht dass ich mitkomme. :-)“ Markus