Pfingsten 24 und mein persönliches Encounter-Erlebnis

Pfingsten 24 und mein persönliches Encounter-Erlebnis

In Regensburg fand am vergangenen Wochenende zum dritten Mal das Pfingstfest P24 statt, organisiert von der Jugend 2000 unter der Gesamtleitung von Josef Irl nach einer Idee der Loretto Gemeinschaft aus Österreich. Wieder in der Westmünsterkirche und wieder mit mehr Teilnehmern als im Vorjahr. Am Abschlusstag waren 800 Teilnehmer angemeldet, viele Familien mit Kindern. Ich möchte im Folgenden keinen Bericht über das großartige Event schreiben. Keinen Bericht über die perfekte Organisation, über die großartigen Referenten, Vorträge und Predigten oder Workshops und auch nicht über die erstklassige Musikband und die Lobpreisleiter. All das kann an anderer Stelle nachgelesen werden.

Abschlussmesse mit Bischof Rudolf Voderholzer
Abschlussmesse mit Bischof Rudolf Voderholzer

Ich möchte meine persönlichen Eindrücke schildern, wie ich Gott in diesen Tagen in Seiner Glaubensfamilie begegnete und wie mir ein tiefes Gefühl von Zugehörigkeit geschenkt wurde. Es waren drei intensive Tage. Ich erlebte eine lebendige und junge Kirche, die voll Liebe und Leidenschaft für Jesus mutig nach vorne geht.

Ich fühle mich beschenkt und bin dank­bar. Viele Begegnungen, Gespräche und auch Tränen. Meine wunden Punkte sind tat­sächlich die Stellen, wo ich die Liebe Gottes ganz besonders erleben darf. Ich habe Gott sei Dank gelernt, diese wunden Punkte ehrlich anzusehen, den Schmerz darüber zuzu­lassen und auszuhalten. Ich habe gelernt nicht mehr wegzulaufen oder mich abzulenken, sondern bei Ihm, mit Ihm zu sein. Es ist ver-rückt: im Rückblick möchte ich auf diese schweren Zeiten nicht verzichten. Ver-rückt. Ohne sie hätte ich diese heilsame Nähe Gottes nicht gebraucht und hätte sie so im Leben nicht erfahren.

Ich denke an Paulus. In 1 Kor 2,9 sagt er „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was in keines Menschen Herzen gedrungen ist, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben.“ Es muss etwas Großes sein, das uns auf der anderen Seite des Lebens erwartet, wenn es hier schon so Besonders sein kann.

Und wieder einmal ist es mein Unterricht in der Encounter School of Ministry, der an dieser Erfahrung maßgeblich Anteil hat. Im 4. Quartal „Innere Heilung & Freiheit“ nahmen wir das Thema Heilung von negativen Erinnerungen durch. In einer Übung beteten wir in Zweier-Gruppen füreinander. Ich durfte Jesus fragen „Jesus, welche Situation möchtest Du jetzt in mir heilen?“ Ich spürte in mich hinein und erkannte, dass es die Situation einer Sportstunde war. Zwei Schüler stellten sich eine Mannschaft zusammen­ und am Ende blieb ich übrig. „Jesus, welche Lüge habe ich dadurch angefangen zu glauben?“. „Ich gehöre nicht dazu.“ Und diese Lüge hatte mich seit dieser Zeit im Leben begleitet. Auch wenn ich mit dem Verstand oft darüber hinweg kam, war in mir immer wieder mal ein negatives Gefühl, das mich entmutigte und nieder drückte. In Encounter haben wir gelernt, dass, wenn wir einer Lüge glauben und ihr zustimmen, wir den Lügner ermächtigen. Es ging weiter mit der nächsten Frage „Jesus, wo warst Du, in dieser Situation?“ Ich sah in meiner Vorstellung Jesus weit weg von mir in der Ecke der Turnhalle auf einer kleinen Bank sitzen und er hatte kein Interesse an mir. Auch hier sagte mein Verstand, das ist eine Lüge. Was sollen wir mit Lügen machen, um dem Vater der Lüge keine Macht über uns zu geben? Ihnen widersagen! Also machte mein Gebetspartner mir den Vorschlag folgendes auszusprechen: In deinem Namen Jesus, widersage ich der Lüge, dass mich Gott allein gelassen und kein Interesse an mir hat und ich alleine dastehe. Ich konnte nicht glauben, wie schwer es mir viel, diese Worte über meine Lippen zu bringen. Nach einigen Anläufen schaffte ich es und ich spürte, wie eine Last von mir ab fiel. Nun kam der nächste Schritt, die Lüge mit der Wahrheit zu ersetzen. „Jesus, welche Wahrheit willst Du mir anstelle dieser Lüge geben?“ Ich sagte: „Im Namen Jesu erkläre ich die Wahrheit, dass ich dazugehöre und für dich wichtig bin.“ Wenn in diesen negativen Erinnerungen von Beteiligten Schuld begangen wurde, wäre es gut diesen zu vergeben. „Im Namen Jesus entscheide ich mich … zu vergeben, dass sie mich ausgegrenzt haben, und ich setze sie frei von allen Zorn und aller Bitterkeit im Namen Jesu.“

An diesem Abend blieb in mir die Frage offen, wo war Jesus/Gott in dieser Situation und was tat er? Am nächsten Morgen auf dem Weg zu Hl. Messe stellte ich Gott wieder die Frage „Wo warst Du, und was hast Du getan?“ Im Tagesevangelium dann diese Worte aus Joh 6,44 ‚Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt.‘ Etwas später kam mir der Gedanke, könnte es sein, dass ich bei der Spielerwahl vielleicht schon ausgewählt worden war, und zwar von Abba Vater, und zwar für sein Team? Hört sich das jetzt etwas schräg an? Etwas abgehoben oder so? Ich suchte im Evangelium die Stelle, wo Jesus sagt ‚Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt.‘ Ich fand sie in Mt 22,14.

Alle sind wir von Gott gerufen ein Leben mit ihm zu führen und in einer persönlichen Beziehung mit ihm zu leben. Viele Jahre meines Lebens tat ich das nicht. Erst in einer Lebenskrise, als ich selbst nicht mehr weiter kam, fand ich zurück zu Gott, kehrte „Heim“ und hörte auf diesen Ruf Gottes.

Gebet P24
Gebet P24

Am Pfingstfest zeigte mir Gott nun auf greifbare Weise, dass ich wirklich und tatsächlich zu seinem Team gehöre: Durch ungewöhnliche Umstände fand ich mich am Sonntagmittag mitten in einem Dienstbereich des Pfingstfestes. Wir standen etwas mit 15 Personen im Kreis, fassten uns mit den Armen um die Schultern und beteten gemeinsam vor unseren Einsatz. Kurz zuvor hatte ich noch ein weißes (Spieler-) T-Shirt bekommen. Jetzt wusste ich auch tief im Herzen, dass ich ganz zu seinem Team gehöre.

Dieses Pfingstfest 24 werde ich nicht mehr vergessen. Ich glaube, Gott musste mir diese Situation und dieses offensichtliche Zeichen schenken, weil ich es sonst nicht glauben würde. Meine negativen Erfahrungen im Leben waren zu sehr prägend. Durch sie bin ich zu einem großen Zweifler geworden. Gleichzeitig kann ich mir nicht erklären, wie Gott so viel Geduld mit mir haben kann. Was für eine Gnade …

Pfingsten wird auch als die Geburtsstunde der Kirche bezeichnet. Was für eine gelungene Geburtstagsparty für alle die da waren. Auch in 2025 wird es ein großes Pfingstfest geben. Bis dahin sind wir jede Woche von ihm eingeladen Glaubensfamilie im kleinen zu leben. Dort wo wir hingestellt sind.

Pfingsten P24 [Externer Link]

Pfingsten und Allerheiligen gehören zusammen [Externer Link Bistum Regensburg]

Encounter School of Ministry [Externer Link]

Michael Hochmuth

Szene aus The Chosen, Staffel 3, Episode 2: Simon Petrus mit den anderen Aposteln bevor sie aufbrechen.