Wachstum im geistlichen Leben

WachsenWenn Menschen erfüllt werden mit dem Heiligen Geist, bekommen sie einen neuen Blick dafür, wie gut Gott ist, wie freundlich und wie liebevoll. Es dauert allerdings oft nicht allzu lange, da wird diese neue Freude an der Liebe Gottes wieder langsam gedämpft, und Zweifel an der Liebe und Güte Gottes wollen sich breit machen. Oder man glaubt zwar weiter an Gottes Erhabenheit und gütige Natur, aber zweifelt daran, ob Er wirklich in dieser Gemeinde, in diesem Gebetskreis, durch diese Führung, in dieser Situation wirkt oder wirken kann. Oder man ist über sich selbst frustriert und enttäuscht.

Im geistlichen Leben aber gilt der Grundsatz: was nicht wächst und reift, das verkümmert. Wachstum im geistlichen Leben weiterlesen

Wie im Alltag als Christ leben?

Nach dem Ende eines Glaubenswochenendes mit dem Motto  “Du aber folge mir nach”, Joh 21,15-23, stellte sich die Frage: Wie geht es weiter?

Was ist, wenn wir uns im Alltag mit anderen Menschen schwer tun?  Und wir dann, ähnlich wie Petrus zum Herrn sagen: Was ist denn mit dem und mit dem? Die Antwort gibt uns Jesus: Wenn er so bleibt wie er ist, was geht das dich an? Du aber folge mir nach! Das ist das, was der Herr zu uns sagen möchte: Nicht schauen, ob der Andere vielleicht auf einen anderen Weg geführt wird, sondern auf mich schauen und dem Herrn nachfolgen.

Der Herr möchte Sein Volk sammeln und zurüsten, mit Seinen Gaben beschenken, um Seinen Auftrag der Evangelisation, der Glaubensverkündigung erfüllen zu können. Wichtig dabei ist die Botschaft Jesu im Alltag selber vorzuleben. Theoretische Worte alleine genügen nicht. Der Einzelne soll als Jünger Jesu leben und sich zu Gemeinschaften zusammenschließen.

Ziel soll die Glaubensverkündigung sein: Im privaten, in der Familie oder in der Öffentlichkeit, je nach dem wie der Herr uns führt. Damit auch andere zu Jünger Jesu werden können.

Ausblick und Sendung – Teil 1

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Nummer für Bestellungen im CD-Dienst: 89a
Pfingsttreffen, Spindlhof, 1994


Pfr. Gustav Krämer (1935-2008)

1964 Priesterweihe im Dom zu Regensburg
1965 – 1975 Seelsorgedienst in Canberra, Australien
Ab 1967 Mitarbeit bei Cursillo
Ab 1971 in der Charismatischen Erneuerung
1979 – 1990 Zentralpräses für die MMC-Regensburg
1980 – 2004 Diözesansprecher der CE
1984 – 2008 Pfarrer in Patter
2008 Ruhestand in Riekofen

Seine Lebensbeschreibung […]

Schritte zum Glauben

Der Gang Jesu auf dem Wasser (Mt 14,22-33)

22 Gleich darauf forderte er die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer voraus zu fahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. 23 Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. 24 Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. 25 In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. 26 Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. 27 Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! 28 Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. 29 Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. 30 Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! 31 Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? 32 Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. 33 Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn.

Wir sind fasziniert vom biblischen Bericht, wie Petrus auf dem Wasser zum Herrn geht.

  • Solange Petrus auf den Herrn schaut und Seinem Wort vertraut, kann er auf dem Wasser zum Herrn hin gehen…
  • Sobald Petrus aber statt auf den Herrn, auf die Probleme, auf Wind und Wellen schaut, bekommt er Angst und geht unter …
  • Er ruft: „Herr, rette mich!” und der Herr rettet ihn, aber mit der Bemerkung: „Du Kleingläubiger, warum hast Du gezweifelt?”

betenWas ist unser Glaube?

  • Wir glauben an Gott, an Jesus Christus.
  • Aber wie ist unser Glaube = unser Vertrauen?
  • Wie, wenn unser Glaube geprüft wird?

Unglaube ist ein altes Problem auch unter „Gläubigen”! Der Unglaube greift in drei Bereichen des Lebens an

  1. Er unterminiert unser Grundvertrauen auf Jesus als den Retter, als den, der unsere Sünden voll gesühnt hat, den Preis für unsere Sünden schon voll bezahlt hat.
  2. Er höhlt den Glauben aus, mit dem wir unseren wachsenden Sieg über die Macht der Sünde, auch im eigenen Leben, in Anspruch nehmen. Die Gefahr bei einem Rückfall: „Ich schaffe es ja doch nicht, ich kann nicht, ich gebe es auf …”
  3. Er greift den Glauben und den Mut an, mit dem wir unseren Ruf (unsere Berufung) erfüllen:
      1. a) Jesus nachzufolgen,

    b) die Gute Nachricht der Rettung anderen weiter zusagen und

    c) die Werke der Vollmacht zu tun, die Jesus getan hat…

Der Angriff im 1. Punkt führt dazu, dass wir nutzlose Anstrengungen und Sühne auf uns nehmen, um Gott zu gefallen, im 2. Punkt begrenzt er unser geistliches Wachstum, im 3. Punkt führt er zu Stagnation, Kraftlosigkeit und Wirkungslosigkeit im Dienst für Gottes Reich.

Quellen des Unglaubens

  • Stolz
  • Geltungsdrang und Furcht bei Menschen
  • Bequemlichkeit und Sicherheit
  • Übernahme weltlicher Denkweisen
  • Entthronung Gottes im Leben oder Bereichen des Lebens …

Bereiche des Unglaubens

  • Für alles nur rein natürliche Erklärungen gelten lassen
  • Gott nichts zutrauen auch, oder sogar durch mich wirken zu wollen
  • Naheliegenste Erklärungen, dass Gott auch heute Gebet erhört, nicht gelten lassen sondern viele andere Erklärungsversuche an den Haaren herbeiziehen ..

Überwindung des Unglaubens

Vielleicht müssen manche als Vorstufe ihr Gottesbild korrigieren. Wir müssen uns bewusst sein:

  • Gott liebt uns!
  • Er meint es gut mit uns!
  • Er ist gerne bereit auf uns zu hören, auf unsere Bitten einzugehen!

Damit wir unser Leben aus dem Glauben leben, statt uns vom Unglauben nieder walzen zu lassen, ist ein dreiteiliger Prozess der Einübung nötig:

  1. Auf Gott vertrauen
  2. Tun, was dran ist …
  3. Segen von Gott dazu erwarten!

Sieben praktische Schritte oder Prinzipien zum Glaubenswachstum

  1. Sei dir bewusst, welche Weltanschauung dich kulturell umflutet, damit du nicht blindlings mit dem Strom schwimmst – ein lebendiger Fisch schwimmt gegen den Strom, ein toter lässt sich treiben.
  2. Tauche dein Denken ein in die Wahrheit der Heiligen Schrift, in das Denken der Bibel über Gott, de Menschen, das Universum … – lies die Bibel.
  3. Bete zu Gott und bitte IHN, dass dein Glaube wachse.
  4. Widersage dem Unglauben bei jeder Gelegenheit, bereue jedes Zeichen von Unglauben, triff die Entscheidung den Verheißungen Gottes zu glauben und zu vertrauen.
  5. Tue die Werke Jesu als Lebensstil, und klammere dich an Seine Versprechungen, auch wenn Werke der Vollmacht noch wenig sind.
  6. Halte dich fern von der Sünde.
  7. Sieh den Prüfungen deines Glaubens mutig entgegen, wisse, dass du dadurch gestärkt wirst.

Zum ungläubigen Thomas
… zu Dir und mir
sagt der auferstandene Jesus:

Sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“

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Was ist mit unserer Kirche los?

Wir leben in der sogenannten postmodernen Zeit. Diese ist durch die Meinung gekennzeichnet, dass alles für machbar und alles für sofort machbar gehalten wird.

Gleichzeitig machen wir oft die Erfahrung, dass wir für unser Dasein keine Erklärung haben. Eine Sinnfrage kann jedoch nicht gestellt werden, weil eine Antwort für nicht möglich gehalten wird. Das Leben erscheint unübersichtlich, wir werden ständig mit einer Fülle von Informationen überschüttet und suchen gleichzeitig nach einfachen Lösungen. Individuelle Freiheiten werden sehr hoch bewertet, ein großer Relativismus hat sich breit gemacht und es kommt zu einer Krise von Strukturen und Autoritäten, von der auch die Katholische Kirche betroffen ist.

Der Lehrbrief beschreibt die Krise der Kirche und die möglichen Ursachen aus ihrer eigenen Sicht.

Anfang April 1991 rief der Papst die Kardinäle zusammen, um das starke Anwachsen der Sekten und Freikirchen zu besprechen. (Zu den „Freikirchen“ werden auch viele Evangelikale und Pfingstkirchen gezählt, die z. Zt. weltweit am stärksten anwachsen.)

In Lateinamerika sind schon über 10% der Bevölkerung evangelisch geworden, die meisten davon durch Pfingstgemeinden. Die aktiven, praktizierenden Katholiken dort sind nur 15%. In den USA gibt es etwa 35 Millionen Mitglieder in evangelikalen oder pfingstlerischen Freikirchen, davon etwas 30% ehemalige Katholiken. Daneben gibt es auch die Beobachtung, dass in Gemeinden und Gemeinschaften der Katholischen Charismatischen Erneuerung wieder viele aus solchen Freikirchen katholisch werden.

Erzbischof Robert Sanchez von Santa Fe sagte dazu: „Vielleicht sollten wir diese Herausforderung nicht als Bedrohung sehen, sondern als ein Sprungbrett, dem es mit Erfolg gelungen ist, unsere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, und uns so von unserer Gleichgültigkeit und falschen Sicherheit zu befreien“.

Der Bericht des Vatikan zu diesem Problem sagt: „Die Kirche wird zu oft nur als Institution gesehen, weil sie vielleicht zu viel Gewicht auf Strukturen legt und nicht genügend die Menschen in Christus zu Gott zieht.“

Kardinal Francis Arinze wies bei einem Treffen der Kardinäle darauf hin, dass die neuen religiösen Bewegungen gerade an den Schwachstellen unserer Pastoral aktiv werden:

  • Sie bilden in kurzer Zeit eifrige Leiter und Evangelisten aus, während unsere Priester wenig sind und kaum genügend Laien-Seelsorger ausbilden können.
  • Sie wirken ansteckend mit ihrer Dynamik und bemerkenswerten Hingabe, während unsere Leute lau, gleichgültig und langweilig wirken.
  • Sie betonen die Erlösung durch Christus allein, im Gegensatz zur weit verbreiteten Unsicherheit unter Katholiken über Grundfragen des Glaubens.
  • Sie bauen kleine Gemeinschaften und Zellgruppen auf, während katholische Pfarreien zu groß und unpersönlich wirken, als dass der Einzelne sich geliebt und angenommen weiß und erfüllende Aufgaben bekommen kann.
  • Sie übertragen Verantwortung, Leitung und Seelsorge an Laien-Helfer schon nach kurzer Ausbildungszeiten, während sich bei uns fähige Laien, Frauen und Männer, an den Rand gedrängt fühlen. (Schon der hl. Franz von Sales hatte gesagt, dass der eifrigste Seelsorger nur bis zu 15 Personen seelsorglich betreuen könne, dass daher neben den Klerikern auch geeignete Ordensleute und Laien, Frauen und Männer für diesen Dienst aneinander geschult werden müssen! Bei uns wird leider der Dienst des Priesters mit dem Dienst der Seelsorge als identisch gesehen und so gibt es z. T. noch Hemmungen, Laien als geeignete Seelsorger anzuerkennen.)
  • Sie feiern voll Eifer begeisternde Gottesdienste, während unsere heilige Liturgie oft Routine ist und kühl wirkt.
    Sie drängen zu einer persönlichen Entscheidung für Jesus Christus und halten sich treu an die Bibel, während bei uns viele Homilien allzu intellektuell sind, über die Köpfe der Menschen gehen, und nicht den Mut haben, zur Entscheidung für Jesus aufzurufen.
  • Sie betonen und erleben eine persönliche Beziehung zu Gott, während die Kirche zu sehr als Institution dargestellte wird, die Strukturen und Hierarchie betont.

Kardinal Arinze ruft uns auf zur Selbstkritik: „Warum zieht es so viele Menschen zu diesen neuen religiösen Bewegungen? Was sind die legitimen Bedürfnisse dieser Menschen, auf die diese Bewegungen eingehen, und auf die man auch in der Kirche eingehen sollte? … Was möchte Gott von Seiner Kirche in dieser Situation? … die Dimension der religiösen Erfahrung darf nicht vergessen werden in unserer Verkündigung des Christentums. Es genügt nicht, nur dem Verstand Information anzubieten. Christentum ist weder ein Bündel von Lehren noch ein System der Ethik. Es ist Leben in Christus, das immer tiefer gelebt und erfahren werden kann.“

Zum Schluss bemerkt Kardinal Arinze: „Angesichts der dynamischen Aktivitäten der neuen religiösen Bewegungen können die Hirten der Kirche nicht so weitermachen wie bisher. Dieses Phänomen ist eine Herausforderung und eine Chance …“

Ich bin persönlich von der Wahrheit des katholischen Glaubens völlig überzeugt. Ich würde niemals jemanden anraten, die Katholische Kirche zu verlassen. Aber ich bin voll Sorge um unsere Kirche, wenn ich sehe, dass Menschen unsere Kirche verlassen, um gediegene Lehre nach dem Wort Gottes und Unterstützung für die Erziehung ihrer Kinder in Christus zu finden.

Ein falscher Stolz auf unsere Katholische Kirche stellt uns in eine ähnliche Situation wie einst das auserwählte Volk Gottes, zu dem der Prophet Jeremia sagen musste: „….bessert Euer Verhalten und Euer Tun, dann will ich bei Euch wohnen, hier an diesem Ort. Vertraut nicht auf die trügerischen Worte: Der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn ist hier! ….“ (Jer 7,1-7).

Ich glaube, sie ist es. Aber viele Menschen gehen in ihr geistig zugrunde.. Viele kennen Jesus als ihren persönlichen Herrn und Retter nicht. Sie werden geistig zu wenig belehrt und ernährt, sie erfahren keine Hirtensorge. Ihr Charakter wird nicht nach dem Bilde Jesu geformt. In manchen Fällen erhalten sie falsche Lehren mitten in katholischen Institutionen. – Da kann Jesus, der gute Hirt, gar nicht anders, als andere Hirten zu berufen, auch wenn sie nicht aus diesem Schafstall sind – am Ende wird Er führen, dann wird eine Herde und ein Hirt sein.

Wir sehen daraus die Notwendigkeit in Buße vor den Herrn zu treten, um Vergebung für uns und unserer Kirche zu beten, Ihn zu bitten, wieder neu zu uns zu kommen und uns in Seinem Geist zu erneuern.

Als Charismatische Erneuerung sind wir aber auch gerufen, alle Müdigkeit abzuschütteln, zur ersten Liebe (lies: Off 2,4-5!) zurück zukehren, unsere Gaben und Charismen voll zu entfalten und sie als Dienst unserer Kirche anzubieten und mitzuarbeiten, dass unsere Kirche mit ihren Gemeinden wieder mit neuem Eifer und neuem Leben erfüllt wird und aufblüht, so wie Jesus sie möchte.

Stellen wir uns Ihm und Seiner Kirche zur Verfügung, helfen wir mit bei der Evangelisation und beim Aufbau lebendiger Zellen und Gruppen, üben wir Seelsorge aus unter der Führung und mit den Charismen des Heiligen Geistes, lernen wir in Demut und Liebe aufeinander zu hören und miteinander als Gemeinschaft zu leben und zu wirken, und wir werden, als Erneuerung, wie Papst Johannes Paul II. es sagte, „eine Chance für die Kirche und die Welt“ sein – aber nur dann!

Pfr. Gustav Krämer

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Missionarisches Christsein

Geht

Das Vermächtnis Jesu, das für alle Zeiten und für die Christen jeden Zeitalter gilt, auch für uns heute, finden wir in Matthäus 28, 18 – 20:

„Mir ist alle Macht gegeben, im Himmel und auf der Erde, darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,..und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt”.

Alle Menschen zu Jüngern Jesu zu machen, dazu braucht man den Willen, die Kraft, den Mut und die Einsatzfreude. Alles zu befolgen, was Jesus uns gesagt hat, dazu brauchen wir Kraft von oben, verbunden mit der eigenen Lebensübergabe an Christus, d. h. das Lebendigwerden und Erstarken unserer Tauf- und Firmgnade. Dazu brauchen wir auch eine lebendige, christliche Gemeinschaft, die uns trägt und ermuntert, schult und annimmt. Wir wollen uns deshalb ganz praktisch einige Punkte überlegen, wie wir in der heutigen Zeit uns selbst zu missionarischen Christen machen können, d. h. wir können uns selbst nicht so machen, aber wir können Voraussetzungen machen, dass Gott durch uns wirken kann.

Damit wir ganz bewusst und freiwillig IHM, Christus, angehören und IHM zur Verfügung stehen, müssen wir unsere Taufgnade ganz bewusst annehmen und wirksam werden lassen. Erneuerung der Taufgnade oder Tauferneuerung, wie wir das gerne in unseren Gebetsgruppen nennen. Es besteht darin, dass wir unsere Lebensweihe, unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ganz bewusst  Christus übergeben, mit allem was wir sind und haben. Die Hauptsache dabei ist, dass Jesus der Herr Mittelpunkt unseres Lebens wird. Der Herr!

Wir müssen IHM versprechen, uns auf IHN hin zu orientieren und das, was wir als seinen Willen erkannt haben, tun, nicht was wir auf Grund unseres eigenen Wollens oder der eigenen Neigung oder Laune tun möchten. Das ist nur möglich, wenn wir Glauben haben, wenn wir diesem Christus wirklich vertrauen, dass wir aussprechen, Er meint es gut mit uns und was ER sagt, das ist für uns und für andere auch besser, als das, was wir uns selber ausdenken können. Wenn wir uns so ganz bewusst IHM zuwenden, können wir IHM ehrlich sagen: „Ich stelle mich Dir zur Verfügung.“
Wir merken, dass wir das mit eigener Kraft nicht schaffen.

Die Apostel und Jünger Jesu hatten den auferstandenen Herrn erfahren und Seinen Auftrag gehört, alle Menschen zu Seinen Jüngern zu machen, nur sie trauten sich noch nicht. Jesus sagte auch, bleibt in Jerusalem, wartet auf die Verheißung des Vaters, die Kraft aus der Höhe, ihr werdet mit dem Heiligen Geist getauft werden, ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und dann werdet ihr meine Zeugen sein (Apostelgeschichte). Es würde uns gut tun, wieder einmal in der Bibel die Apostelgeschichte durchzulesen. Die Jünger Jesu blieben damals, und heute geschieht oft das Gleiche, einmütig im Gebet vereint, zusammen mit Maria, der Mutter Jesu und den übrigen Frauen, bis sie die Herabkunft des Heiligen Geistes erlebten, in anderen Sprachen redeten und voll Mut zu anderen von Jesus künden konnten.

Auch danach, wenn Schwierigkeiten und Probleme auftauchten, beteten sie einmütig und wurden immer wieder vom Heiligen Geist erfüllt. (vgl. Apg 4,23-31). So müssen auch wir immer wieder unser Pfingsten, unsere Firmgnade erneuern im Gebet, um vom Heiligen Geist die Kraft und den Mut zum Zeugnis zu erhalten und Ihn als Tröster und Führer im eigenen Leben zu erfahren um den Gaben, den Charismen, des Heiligen Geistes wieder Raum und Betätigungsmöglichkeit zu geben in uns und durch uns zur Erneuerung und Wiederbelebung der Gemeinde.

Wir müssen uns weiterbilden. Wir können nicht andere lehren, alles zu befolgen, was Jesus gesagt hat, wenn wir es selbst nicht wissen. Darum müssen wir immer wieder die Worte Jesu und seiner Apostel lesen, durchbeten, hören, auf uns wirken lassen, sie uns zu eigen machen. Darum ist es gut und wichtig, in Bibel- und Gebetskreisen, durch Exerzitien und Vertiefungsseminare oder Kurse uns immer wieder neu anregen zu lassen und dass wir selbst mit der Bibel in der Hand unsere Stille Zeit verbringen, Tag für Tag, je nach dem, manchmal mehr, manchmal weniger, manchmal zum richtigen Studium einmal in der Woche uns Zeit nehmen. Es ist gut, manches anzustreichen, was uns da bewusst wurde, wo wir merken, das ist wichtig, das will Gott uns oder durch uns anderen sagen, dass wirklich die Bibel unser liebstes und wichtigstes Arbeits- und Handbuch für unser Leben wird, so dass wir dann auch unsere Bibel mitnehmen, wenn wir dann zu Zusammenkünften, zu Gebetsabenden, zu Treffen u. ä. kommen.

Christentum kann man nicht alleine leben. Wir sehen aus der Apostelgeschichte und merken es auch heute in der Entwicklung der Charismatischen Erneuerung, in den verschiedenen Entwicklungsphasen immer mehr, dass eine Gruppe von Menschen, die sich ganz bewusst Christus übergeben hat und sich von Seinem Geist erfüllen lässt und führen lassen will, vom Geist Gottes zu immer mehr Gemeinschaft geführt wird, wo man auch einander in herzlicher Liebe zugetan ist, wo man einander in allen Lebenslagen beisteht und füreinander da ist, mit seinem Interesse, mit seiner Zeit, mit seinem Geld und sonstigen Mitteln. Ganz besonders natürlich auch auf der geistigen, spirituellen Ebene und wo man einander ermuntert, auch mal ermahnt, unterstützt, mittragen kann und wo man besonders füreinander und miteinander betet.

Eine Gemeinschaft wird man nur, wenn man beisammen ist, wenn man immer wieder regelmäßig gerne zusammenkommt, wenn man mitmacht und wo etwas gemeinsam getan wird. Das geschieht nicht nur dadurch, dass man einmal in der Woche beim Gebetsabend ist, sondern darüber hinaus noch die Verbindung hält oder gar wie es oft geschieht zu verbindlichen Gemeinschaften, die zusätzlich noch Gemeinschaftstreffen halten, einen Teil ihres Einkommens für Gemeinschaftsprojekte hergibt. Es ist gut, sich auch mal zu einem Ausflug, einem Picknick oder einer gemeinsamen Mahlzeit zu treffen und dann auch miteinander wieder die Bibel zu lesen und zu horchen, was Gott von dieser Gemeinschaft will. Eine Gemeinschaft, die sich führen lässt, wird auch ausstrahlen, sie wird in der Gemeinde, in der sie ist,  Aufgaben übernehmen können oder auch übergemeindliche Zellen manchmal für Evangelisation oder soziale Aktion.Wichtig ist also, dass man miteinander als Gemeinschaft aus der Sicht des Glaubens, auch in das geistliche Gespräch kommt, dass man über die Zeitgeschehen, aber auch aus der Bergpredigt heraus Orientierung findet, dass man die Apostelgeschichte, einen Korintherbrief oder den Römerbrief einmal gemeinsam durchdenkt und durchbetet.

Wir sehen also aus diesen vier Punkten, welchen Dienst jeder Einzelne als missionarischer Christ und welchen Dienst man miteinander mit anderen als Gemeinschaft anregen, wie man in der Pfarrgemeinde mitarbeiten und wie man auch am Arbeitsplatz apostolisch tätig werden kann.

Man kann sich in der Gemeinschaft oder Zelle, zu der man gehört aussprechen, wie man apostolisch  auch andere  werben kann, für ein Einführungsseminar, für einen Gebetskreis, für einen Cursillio, sich für christliche Werte einzusetzen und so miteinander auch in diesen Dingen ganz bewusst um die Führung des Heiligen Geistes beten, die Augen für Gelegenheiten offen zu halten, die Gott uns zeigt. Wir finden viele Gelegenheiten von Christus und seinem Wort Zeugnis zu geben und so missionarische Christen zu sein.

Natürlich können wir nicht missionarische Christen sein, wenn wir nicht selbst ganz bewusst, jeder für sich in seinem privaten Leben, uns an der Norm Jesu orientieren. Nur dann können wir ausstrahlen durch unser Leben. Leben und Wort dürfen nicht auseinander klaffen. Das normale, christliche Leben heißt also, sich an der Norm Jesu, wie es in der Bergpredigt steht, wie man als Jünger Jesu lebt, zu orientieren und gleichzeitig mit unserer missionarischen Ausstrahlung nach draußen, auch nach innen zu strahlen, d. h. Auch geistig zu wachsen. Das geht nur durch Vertiefung unseres persönlichen Glaubens an Christus, unserer persönlichen Beziehung zu ihm und dadurch, dass wir auch im Gebet immer mehr an Tiefe gewinnen und dem Heiland in die Augen schauen.

Wir müssen selber, im eigenen Leben aus dem Heiligen Geiste lieben und lernen, uns vom Geiste leiten zu lassen. Das kann nur gelingen, wenn wir nicht eigene Wege gehen, sondern als Glieder eines Leibes mit anderen gemeinsam Verantwortung tragen und wenn wir selber dann die Frucht bringen, die von Christen und christlichen Gemeinschaften erwartet wird. Dann wird auch der Herr unserer Gemeinschaft, wie einst in der Urkirche, die Zahl derer hinzufügen, die gerettet werden sollten. Verbindlich müssen wir auch die Weisungen christlicher Moral ansehen, unser Leben danach gestalten und es muss uns ein Anliegen sein, nicht irgendwie als kleine Gruppe zu existieren, die das Christentum lebt und sich daran freut, sondern in uns muss, wie bei Paulus eine Art „heilige Unruhe“ in dem Sinn entstehen: Es sind noch viele andere, denen die Frohe Botschaft gebracht werden muss, so dass wir irgendwie hinein streben möchten in die Gemeinden, uns zur Erneuerung der Pfarrgemeinden zur Verfügung zu stellen, Aufgaben, die uns übertragen werden, anzunehmen. All das natürlich nach Gebet und Befragung, wozu will Gott mich wirklich haben, was kann ich nach meinen Fähigkeiten leisten, welche Charismen, natürlichen Anlagen und Fähigkeiten hat er mir gegeben. Das muss man alles bedenken und sich vielleicht miteinander beraten. Die grundsätzliche Bereitschaft muss vorhanden sein, einzeln und als Gemeinschaft und es muss uns ein Anliegen sein, dass das Vermächtnis Jesu erfüllt wird: „Geht hinaus in alle Welt und macht alle Menschen zu meinen Jüngern tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe. Und seht, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

In unseren Gruppen erfahren wir, dass der Herr bei uns ist. Sein Anliegen soll darum unser Anliegen sein, dass andere Seine Jünger werden und lernen, alles zu tun, was Er uns geboten hat. Also selbst wollen wir seine Jünger sein, selbst lernen alles zu tun, was Er uns geboten hat, uns da einüben und  dann mithelfen, dass es auch andere werden und tun.

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JESUS gebührt der erste Platz

Erster PlatzGott muss die erste Stelle in unserem Leben haben. An zweiter Stelle steht die Familie und die Beziehung zu den Menschen, die Gott uns auf unseren Lebensweg schickt. Dann erst kommen Arbeit, Termine und wichtige Aufgaben. Danach Hobbies, Freizeit u. a. für die uns, wenn wir auf Gott vertrauen, auch genügend Zeit geschenkt wird.

Einige erprobte Prinzipien, um Jesus in unserem Leben an die erste Stelle zu setzen:

Für mich bedeutet das die frühen Morgenstunden, weil sie der beste Teil meines Tagesablaufs sind und am wenigsten unterbrochen werden. Vielleicht sollten wir nur sagen: „Gib Gott den besten Teil jedes Tages”. Ob man es Andacht nennt oder Stille Zeit, es sollte eine hervorragende Zeit mit Gott sein, Zeit für Gebet, Bibellesung und Lauschen auf Sein Wort.

„Hervorragende Zeit” hängt nicht so sehr von der Länge der Zeit ab, als davon wie wir sie ausnützen. Angesichts der Kämpfe des alltäglichen Lebens brauchen wir diese Zeit für unsere geistige Stärkung und Führung.

Dieses Prinzip ist deutlich als eines der Zehn Gebote zu erkennen. Es ist nicht erlassen, um den Menschen einzuschränken, sondern uns ist ein Ruhetag von den Alltagspflichten verordnet. Dabei werden wir befähigt, unser geistliches Leben neu zu erfrischen, um während der restlichen Woche unser Werk gut verrichten zu können. Der Sonntag ist nicht nur für den Kirchgang da – es ist der Tag, den man für Gott und für seine eigene Familie freihalten muss. „Familie” das umfasst auch die Familie der Gläubigen, mit denen wir Gemeinschaft haben. „Wenn wir im Lichte wandeln, wie Er im Lichte ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander und das Blut Jesu Christi, Seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde” (1. Joh 1,7).

Unser Leib braucht Ruhe wie alles Materielle: sogar die Natur darf nach Gottes Plan von ihrer Produktivität ausruhen. Ich möchte vor zwei Extremen warnen: eines ist, am Sonntag sich so vielen kirchlichen Aktivitäten zu widmen, dass sie zur Plage werden. Dies ist besonders für die Kinder nicht gut. Das andere Extrem ist, so viele Familienunternehmungen und Vergnügungen zu planen, dass für den Gottesdienst und die Anbetung keine Zeit mehr bleibt. Der HERR will, dass der erste Tag der Woche geruhsam und heilig sei.

Viele neue Christen zeigen eine verständliche Reaktion auf das Geben des Zehnten, wie es die Bibel vorschreibt. Sie sagen: „Wir können es uns nicht leisten, soviel zu geben”. In Wirklichkeit können wir es uns nicht leisten Gott Seinen Teil vorzuenthalten und nicht in der rechten Gesinnung zu geben. Auf diesem Gebiet müssen wir einfach die Erfahrung machen, dass Gott die verbleibende Summe segnen wird, nachdem wir Ihm getreulich gegeben haben. Der Zehnte sollte systematisch in das „Vorratshaus Gottes” eingebracht werden von jedem Verdiener. Treue auf diesem Gebiet setzte Segnungen frei, durch die unser Glaube gestärkt wird (1. Kor 16).

Wenn irgendetwas für dich wichtig ist, dann nimmt es auch Gott wichtig. Es ist für einen Christen undenkbar, wichtige Entscheidungen zu treffen und weitreichende Entschlüsse zu fassen, ohne die ganze Angelegenheit zuerst vor den Herrn zu bringen und um Seine Weisung zu bitten. Ich weiß aus Erfahrung, dass es leicht ist, alles möglichen menschlichen, logischen Pläne zu machen und zuletzt dann zu beten: „Herr, willst Du bitte meine Pläne segnen?” Die Schrift sagt jedoch: „Suche zuerst das Reich Gottes und Seine Gerechtigkeit – alles andere wird dir hinzugeben werden (Mt 6,33).

Dies bedeutet: wirklich mitten in deinem Herzen. Eine echte Liebe für den Herrn und die Furcht, Ihn zu betrüben , verhindert manche Probleme (Mt 22,37). Gott will der Erste sein in unserer Zuneigung , der Erste in unserem Denken, in unserem Planen – ja, Er sollte noch vor der Familie, dem Beruf, der Freizeit kommen. Jesus ist daran interessiert, dass wir lernen, uns in Seinen Leib in einer hingebungsvollen und verantwortungsbereiten Art einzufügen. Nimm liebevoll die Gaben und Ämter an und gebrauche sie an dem Platz, an den Gott dich gestellt hat.

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Wesentliche Elemente einer Erweckung

“Erweckung kann verstanden werden als plötzlich vernommener Anruf zur völligen Hingabe an Gott, bzw. als Bekehrung eines sündigen oder gleichgültigen Christen.” (vgl. Duden)

Barbara Busowietz behandelt in diesem Vortrag ein Thema, das vielen engagierten Christen am Herzen liegt, denn in ihnen ist die Sehnsucht, dass Erweckung in unseren Tagen geschieht.

Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, sehen wir das die Wirklichkeit aber oft ernüchternd ist: In unseren Kreisen herrscht Stagnation. Barbara Busowietz weist auf Johannes 7,38 hin:

37 Am letzten Tag des Festes, dem großen Tag, stellte sich Jesus hin und rief: Wer Durst hat, komme zu mir, und es trinke, 38 wer an mich glaubt. Wie die Schrift sagt: Aus seinem Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fließen. 39 Damit meinte er den Geist, den alle empfangen sollten, die an ihn glauben; denn der Geist war noch nicht gegeben, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.

Geschieht das bei mir? Warum fließen oft keine Ströme des lebendigen Wasser aus mir auf andere? Was soll ich tun, bzw. als Gemeinschaft gefragt: Was können wir dann tun? Wo liegen die Gründe für diese Stagnation.

Zu den wesentlichen Elementen einer Erweckung gehören u.a., dass alle Kreise auf Gemeinschaftsbildung angelegt sein müssen, um in die Tiefe wachsen zu können. Das Setzen von Grenzen Gott gegenüber kann bereits das Todesurteil für Wachstum sein. Gottesbeziehung ist Liebe, und Liebe hat immer das gleiche Wesen: Liebe will wachsen immer mehr, immer tiefer – bis in die Ewigkeit.
Sind wir einmal ehrlich zu uns selbst: wo habe ich Gott Grenzen gesetzt, wo habe ich begonnen es mir bequem zu machen? Barbara Busowietz stellt ein Buch zur Gewissenserforschung vor: Erlo Stegen – Erweckung unter den Zulus in Afrika, Hänsle-Verlag.

Beten wir um Erweckung und beten wir darum, dass ich Erweckung an mir geschehen lassen kann.

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Nummer für Bestellungen im CD-Dienst: 109
Einkehrtag in Geiselhöring, April 1995


Barbara Busowietz (1939-1998) war

Gemeindereferentin und Religionslehrerin,
Diözesansprecherin der Charismatischen Erneuerung im Bistum Regensburg (von 1980 bis 1996),
Mitbegründerin und Mitarbeiterin im Evangelisationswerk,
Eremitin der Anbetung im Werk WACHET UND BETET,
das sie gegründet hatte.

Ihre Lebensbeschreibung […]