Bericht: Kleine Bibelschule mit Pfr. Karl Sendker

Heiligenbrunn, 1.-3. April 2011

Im Haus der Gemeinschaft ‚Familien mit Christus‘ in Heiligenbrunn hatte sich eine Gruppe von suchenden Menschen versammelt, um gemeinsam mit Pfr. Karl Sendker aus Kevelaer, den Blick auf das wohl meistverkaufte Buch der Welt zu richten: Die Bibel. Es sollten Tage werden, in denen Pfr. Sendker die Teilnehmer des Seminars – ähnlich eines Johannes des Täufers  – näher zu Jesus führte.

Buch der Liebe
Buch der Liebe

Die Tage begannen mit einer Stelle aus dem Markusevangelium (Mk 12,28f), in der Jesus von einem Schriftgelehrten nach dem wichtigsten Gebot gefragt wird. Er antwortete:

„Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.“

Als zweites Gebot schloss Er das Gebot zur Nächsten- und Selbstliebe an.

Mit Israel sind heute wir – die getauften Christen – gemeint. Es stellt sich die Frage, wie wir es schaffen können, dieses Gebot zu erfüllen. Pfr. Sendker meinte, dass der Text selbst die Antwort enthält: Wir brauchen nur zu erkennen, dass Gott einzig, ja einzigartig ist! Wie kann uns das gelingen? Auch da gibt uns der Text Antwort: Höre Israel! Wir brauchen also nur auf das zu hören, was Gott uns durch Sein Wort mitteilt.  Es findet Begegnung statt. Dadurch werden wir Ihn kennen und somit lieben lernen. Besonders gelingt uns das durch das Lesen des Neuen Testaments. In ihm erfahren wir (durch Jesus) viel von dem, wie Gott ist.

Aber warum soll das eigentlich wichtig sein, wieso soll ich mich überhaupt um Gott kümmern? Was hat die Bibel mit meinem Leben zu tun?

Auch darauf gibt uns die Heilige Schrift Antwort: Es geht darum zu erkennen, dass Jesus der lange angekündigte Messias ist, der mich von Schuld und Tod befreit hat. Ich bin von Ihm erlöst worden und habe dadurch das Leben. Und nicht nur das! Er möchte mir „Leben in Fülle“ schenken! (Joh 10,10)

Ist das nicht die große Sehnsucht von uns Menschen? Wie sehr ist der Mensch doch bestrebt sein Glück zu finden! Wo sucht er nicht überall?

In den zwei Tagen des Bibelseminars zeigte uns Pfr. Sendker, wie wir in der Bibel suchen können. Ein Buch in dem Worte zu finden sind, die immer noch Bestand haben. Wahrheiten, nach denen wir uns in der heutigen schnelllebigen Zeit sehnen und die das bewirken können wozu sie aufgeschrieben wurden.

Was hat die Bibel mit meinem Leben zu tun?
Was hat die Bibel mit meinem Leben zu tun?

Immer wieder wies Pfr. Sendker uns auf eine wichtige Frage hin, die wir uns beim Lesen in der Bibel stellen sollten: Was steht wirklich im Text? Wie ein Geologe einen Stein mit einem Hämmerchen abklopft, sollten wir die einzelnen Bibelstellen „abklopfen“. An verschieden Bibelstellen wurde dies gezeigt. Beispielsweise sei das Gleichnis vom verlorenen Sohn genannt: Als der Sohn seine große Not erkannte, verfiel er nicht in Selbstmitleid, sondern er  ging in sich, erkannte sein Versagen, fasste den Mut, zu seinem Vater zurückzugehen und machte sich auf den Weg. Die „Abklopfmethode“ macht eine neue Perspektive sichtbar. Der verlorene Sohn richtete seinen Blick nicht zu sehr auf seine Schuld, auf sein Versagen, darauf, wie tief er gefallen ist, sondern blickte auf die Größe und Güte seines Vaters. Ja, auf die Einzigartigkeit seines Vaters!

Das Seminar weckte in uns allen den Hunger nach mehr. Das Lesen in der Bibel – insbesondere von längeren Abschnitten – kann als notwendiges Grundnahrungsmittel für alle Christen angesehen werden. Einzelne Verse sind wie  Pralinen:  Sie schmecken zwar gut, aber man wird nicht richtig satt von ihnen. Die tägliche geistige Nahrung sollte uns immer wichtiger werden und uns zu einem bewusst gelebten Alltag führen. Mit diesem Wissen  freuen wir uns auf den zweiten Teil der Bibelschule, der Ende Oktober stattfinden wird.

Unser Dank gilt Herrn Pfarrer Karl Sendker für die Zeit, die er uns schenkte, und für seine Liebe zum Wort Gottes, die er mit uns teilte. Sein persönliches Glaubenszeugnis im Umgang mit der Heiligen Schrift ist uns Anstoß, selbst tiefer aus dieser Quelle zu schöpfen.

Aber vor allem gilt unser Dank dem Hl. Geist, der spürbar in unserer Mitte war, uns durch die Tage führte und uns alle reicher heimkehren ließ.