Atemholen der Seele: Auf den Spuren von E. Kugler

Neuhaus, 29.7.2012

Evangelisationswerk auf den Spuren des seligen Fraters Eustachius Kugler

Frater Eustachius Kugler Kapelle in Neuhaus
Kapelle in Neuhaus

„Atemholen der Seele“ nennt der selige Frater Eustachius Kugler das Beten, das feste Grundlage und Mittelpunkt seines Lebens gewesen ist. Aus dem Gebet schöpfte der Selige die Kraft, das Gottvertrauen und die schlichte Gelassenheit im Alltag, mit denen er seine Aufgaben und Pflichten immer mit Blick auf Gott erfüllte.

Glasfenster in der Eustachius Kugler Kapelle
Glasfenster in der Eustachius Kugler Kapelle
Glasfenster in der Eustachius Kugler Kapelle
Glasfenster in der Eustachius Kugler Kapelle

Dieses Wort von Frater Eustachius war auch der Leitsatz der Andacht, mit der wir die diesjährige Wallfahrt unseres Evangelisationswerks am 29. Juli 2012 in der dem seligen Frater geweihten Kapelle in Neuhaus bei Nittenau, dem Geburtsort von Joseph Kugler begannen. Von Frau Krautbauer, der Betreuerin des schmucken Kapellchens, wurden die 16 Teilnehmer, die vorwiegend aus der Schwandorfer und Regensburger Ecke des Evangelisationswerks gekommen waren, anhand der von Mario Schoßer gestalteten acht farbenprächtigen Kirchenfenster in einige der wichtigsten Stationen im Leben des frommen Gottesmannes eingeführt. In der anschließenden Andacht standen dann Gedanken und Worte aus den Exerzitienbüchern des seligen Fraters im Mittelpunkt von Gebet und Meditation.

Zweite Station der Wallfahrt war das Kloster Reichenbach, idyllisch auf der Bergkuppe über dem  Regen gelegen, wo die Pilgergruppe von Herrn Doblinger, dem für die geistliche Betreuung von Patienten und Personal zuständigen Pastoralreferenten der Behinderteneinrichtung, empfangen wurde. Mit einem selbst komponierten Lied zum Leben des Seligen eröffnete Herr Doblinger seine Ausführungen zu Aufbau,  Organisation und  Lebensalltag der von den Barmherzigen Brüdern getragenen Behinderteneinrichtung. In einem anschließenden Filmbeitrag, von einem Team von Behinderten selbst erstellt, zeigte uns Herr Doblinger ein breites Spektrum von Szenen aus seiner religionspädagogischen Arbeit mit den Behinderten, wobei besonders das gestaltpädagogisch-anschauliche Element seiner Arbeit und die aktive Einbeziehung der Mitbewohner in Spielszenen zur biblischen Geschichte beeindruckten. Auch wiederkehrende Elemente in den Gottesdiensten und regelmäßige Bezüge zum Kirchenjahr, besonders bei Prozessionen und Bittgängen, stellen feste und nachvollziehbare Stationen im Leben der Menschen dar. „Auch den Behinderten in Würde begegnen“ – dieses Motto von Frater Eustachius Kugler bildet den Hintergrund dieser vorbildlichen geistlichen Begleitung  in Reichenbach, was auch das Gespräch der Teilnehmer im Anschluss deutlich wurde.

Eine fröhliche Einkehr der Teilnehmer im nahe gelegenen Gasthaus Waldhaus-Einsiedeln bei Kaffee und diversen bayerischen Brotzeiten bildete dann den Abschluss der Wallfahrt auf den frühen Spuren von Frater Eustachius Kugler, dem auch bei seinen Patienten und Mitarbeitern stets ein ausgewogenes Verhältnis von geistlicher und körperlicher Erholung am Herzen lag.